TNS Emnid-Umfrage zu Abgabenbelastung und Beschäftigung – Bevölkerung und Unternehmen einig: Geringere Sozialabgaben und Steuern bringen mehr Jobs
Berlin – Arbeitslosigkeit ist der Hauptgrund für Armut. Deshalb sind neue Jobs so wichtig. Welche Maßnahmen schaffen wirklich Arbeit? Was bremst die Neueinstellung von Mitarbeitern? Diese Fragen stellte TNS Emnid in einer repräsentativen Umfrage sowohl an private Haushalte in Deutschland als auch an Unternehmen. Die Antworten dieser Befragung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sind überraschend ähnlich. Haupthemmnisse für neue Jobs sind:
1. Zu hohe Lohnnebenkosten/Sozialabgaben (80 Prozent der Unternehmen, 73Prozent der Bevölkerung),
2. Fachkräftemangel (69 Prozent der Unternehmen, 76 Prozent der Bevölkerung),
3. schlechte Qualifikation von Berufseinsteigern (69 Prozent der Unternehmen, 72 Prozent der Bevölkerung),
4. zu rigider Kündigungsschutz (62 Prozent der Unternehmen, 66 Prozent der Bevölkerung). In der aktuellen Politik spielt die Entlastung der Bevölkerung von Steuern und Abgaben eine große Rolle: Laut TNS Emnid-Umfrage meinen 54 Prozent der Bevölkerung, dass eine Senkung der Sozialabgaben ganz sicher neue Arbeitsplätze schaffen würde. 41 Prozent erwarten von einer Senkung der Einkommensteuersätze mehr Jobs.
Die Umfrage führte TNS Emnid Anfang Mai im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durch. “Bevölkerung und Unternehmen stimmen in hohem Maß überein, dass die hohe Abgabenbelastung, Bildungsdefizite und ein zu rigider Kündigungsschutz Barrieren für den Einstieg in Arbeit sind”, kommentiert INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer die TNS Emnid-Ergebisse.
Zur aktuellen Debatte, ob ein Mindestlohn oder ein Kombilohn, bei dem der Staat einen geringen Lohn aufstockt, besser wäre, sagen 42 Prozent der Bevölkerung, ein Kombilohn schaffe mehr Arbeitsplätze. 31 Prozent sind der Meinung, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kostet. 43 Prozent sehen keine Veränderung durch einen Mindestlohn, lediglich 21 Prozent versprechen sich von einem Mindestlohn neue Jobs.
“Die Große Koalition muss also deutlich mehr tun, um den Weg in den Arbeitsmarkt freizumachen. Vor allem aber darf sie keine neuen Hürden aufbauen, wie dies beim Mindestlohn der Fall ist”, so Höfer weiter.
Pressekontakt:
Max A. Höfer, Tel.: (0172) 9243939, E-Mail: hoefer@insm.de
Ergänzende Informationen über Hürden, die Menschen am Einstieg in Arbeit hindern, finden Sie auf dem INSM-Webportal “Einstieg in Arbeit”. Hier finden Sie auch wissenschaftlich fundierte Hinweise, wie mehr Menschen in Beschäftigung finden können. Als Hauptbeschäftigungshürden haben die Wissenschaftler identifiziert:
Bildungsdefizite: Zu Recht klagen Unternehmen aktuell über unzureichende Fähigkeiten von Schulabgängern. Fakt ist: Die Zahl der Schulabbrecher und Abgänger ohne Abschluss ist vor allem an Hauptschulen zu hoch. Hier muss sich etwas ändern, damit Menschen besser gebildet werden und später erfolgreicher im Beruf sein können. Optimale Förderung gerade von Kindern aus sozial schwächeren Schichten muss bereits im Kindergartenalter beginnen. Lesen Sie hier mehr…
Bürokratie: 46 Milliarden Euro jährlich kostet die staatliche Bürokratie die Unternehmen. Könnten wir in Deutschland den Paragraphen-Dschungel lichten und die Vorschriften auf das Niveau Großbritanniens senken, so hätten wir die Chance, eine halbe Million neue offizielle Jobs zu gewinnen. Lesen Sie hier mehr…
ein rigider Kündigungsschutz: Der starre Kündigungsschutz in Deutschland hilft Arbeitsplatzbesitzern, ihren Job zu behalten. Er schadet aber den Arbeitslosen – den Outsidern –, die keinen Einstieg in Beschäftigung finden, weil Unternehmen Neueinstellungen fürchten – aus Angst, dass sie einmal eingestellte Arbeitskräfte bei einem Auftragsloch nicht mehr abbauen können. Lesen Sie hier mehr…
hohe Lohnzusatzkosten: 33 Euro pro Stunde zahlt ein Unternehmen nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt für einen Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe. Und das liegt nicht in erster Linie an dem, was ein Arbeitnehmer ausgezahlt bekommt, sondern an den Lohnzusatzkosten – dem sogenannten zweiten Lohn. Diese Kosten müssen sinken, damit Deutschland im internationalen Vergleich der Personalkosten punkten kann. Lesen Sie dazu hier mehr…
Mindestlöhne: Immer massiver werden die Rufe nach einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Doch was die Befürworter nicht auf Ihrer Rechnung haben, ist die Frage, wer die Mitarbeiter einstellen oder im Job halten soll, wenn ihre Produktivität geringer ist als der angestrebte Mindestlohn von 7,50 Euro. Dieses Problem betrifft vor allem geringer Qualifizierte, die bereits jetzt Sorgenkinder des Arbeitsmarktes sind. Lesen Sie dazu hier mehr…
Am 30. Mai 2008 um 09:51 Uhr
[...] Mehr zur tns-emnid-Umfrage im Auftrag der INSM finden Sie hier. [...]