Einheitsbilanz Deutschland

 

20 Jahre nach dem Fall der Mauer hat der Lebensstandard in den neuen Ländern fast Westniveau erreicht. Das ist das am 21. August präsentierte Ergebnis zweier Studien, die das Ifo-Institut und die Freie Universität Berlin für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt haben.

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Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck fand lobende Worte im Rahmen der Vorstellung der Studien über den Aufbau Ost: “Wir haben in den letzten 20 Jahren ein her-vorragendes Fundament in den neuen Ländern gelegt: hochmoderne Industrieanlagen und Infrastruktur, leistungsfähige Hochschulen und Forschungs-einrichtungen.”

Die Wissenschaftler Klaus Schroeder (FU Berlin) und Joachim Ragnitz (ifo Dresden) kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Beide Studien belegen, dass die Wohlstandsanpassung in den neuen Ländern inzwischen sehr weit fortgeschritten ist.

So besteht bei der Ausstattung mit langlebigen Konsumgütern bei ost- und westdeutschen Haushalten kein Unterscheid mehr. Beim Thema Autobesitz hat die ostdeutsche die west-deutsche Bevölkerung sogar überholt: Während 57 Prozent aller Ostdeutschen einen PKW besitzen, sind es im Westen nur 51 Prozent.

Im Zusammenhang mit dem verfügbaren Einkommen je Einwohner spricht Professor Schröder von einer  „beispiellosen Wohlstands-Explosion” in den neuen Bundesländern.

Die Einkommen haben sich für ostdeutsche Angestellte zwischen 1991 und 2007/2008 in etwa verdoppelt, das Bruttoinlandsprodukt gleichwie  die Produktivität pro Einwohner verdreifacht.

Die expliziten Gewinner der Einheit sieht Professor Schroeder in den Rentnern und Jugendlichen des Ostens: Die Rentner beziehen “statt 30 bis 40 Prozent des durchschnittlichen Arbeitseinkommens zu DDR-Zeiten (…) über 80 Prozent, mitunter sogar über 100 Prozent des Durchschnittseinkommens, als gesetzliche Rente. Die zweite Gruppe sind die Jugend-lichen. Ihnen wurden neue Perspektiven eröffnet, in der Bildung und in puncto Freiheit und Freizügigkeit.“

Dr. Joachim Ragnitz vom ifo-Institut Dresden verwies hingegen auf die außergewöhnlichen Fortschritte, die bei der Verbesserung der Infrastruktur in den neuen Ländern und aus ökologischer Sicht erzielt wurden: “Die Umwelt ist ganz sicher auch eine Gewinnerin der Einheit. Die Elbe ist inzwischen so wenig belastet wie der Rhein.”

Insgesamt ist der Angleichungsprozess Ostdeutschlands damit als beispielloser Erfolg zu werten. “Der Kurswechsel von der sozialistischen Planwirtschaft zur Sozialen Marktwirt-schaft war hart, aber erfolgreich. Das sollte uns allen genug Selbstvertrauen geben, auch die Herausforderungen der Zukunft anzugehen”, so das Fazit von Max A. Höfer, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

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