Archiv der Kategorie 'Bildung'

„Meilensteine mahnen Große Koalition: Soziale Marktwirtschaft erneuern!“

Donnerstag, den 12. Juni 2008

Aktion zur Festveranstaltung „60 Jahre Soziale Marktwirtschaft”INSM Meilensteine

Berlin – Die Initiative Neue Soziale Markwirtschaft (INSM) forderte heute vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Große Koalition zur Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft auf. Fünf „Meilensteine“ mit wichtigen politischen Entscheidungen wurden von der INSM vor dem BMWi aufgestellt. Ein sechster „Meilenstein“ stellt die Frage, welchen Beitrag die Große Koalition zur Verbesserung unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme geleistet hat. Die Aktion fand anlässlich der Festveranstaltung „60 Jahre Soziale Marktwirtschaft“ statt, die in Anwesenheit der Bundeskanzlerin Angela Merkel begangen wurde.

Die 1,70 m hohen Meilensteine stehen für herausragende politische Weichenstellungen aus den vergangenen 60 Jahren: die Währungsreform (1948), das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (1958), der Neubeginn marktwirtschaftlicher Politik (1982), die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (1993) und die Agenda 2010 (2003).

Der letzte Meilenstein fragt: „Was ist der Beitrag der Große Koalition?“„Die Große Koalition tut zu wenig, um die Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft fortzuschreiben. Statt die Weichen auf mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen, werden neue Hürden vor allem auf dem Arbeitsmarkt aufgebaut“, erklärte INSMGeschäftsführer Max A. Höfer zur Aktion.

Die INSM tritt für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Deutschland ein, um langfristig Wohlstand und Wachstum zu sichern.

Pressekontakt:
Max A. Höfer,
Tel.: (0221) 4981-404,
E-Mail: hoefer@insm.de

Weiterführende Informationen

Die Pressemeldung als PDF downloaden.

Lesen Sie im INSM-Merkelmeter, der Politikanalyse der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, was die Große Koalition seit 2005 zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft unternommen hat. Das INSM-Merkelmeter ist unterteilt in die Bereiche Arbeitsmarktpolitik, Sozialpolitik, Steuer- und Finanzpolitik sowie Bürokratieabbau.

Die aktuelle wissenschaftliche Bewertung der Bundespolitik von Prof. Dr. Michael Hüther:

Union und SPD überbieten sich in vermeintlich sozialen Projekten – wie zum Beispiel Mindestlöhnen, die am Ende Beschäftigung kosten werden, und sinnlosen, aber teuren öffentlichen Beschäftigungsprogrammen, mit denen sie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) durch die Hintertür wieder einführen. Das neunte Merkelmeter, die wissenschaftliche Politik-Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche, belegt den Eindruck, dass sich die Große Koalition zurzeit auf dem Aufschwung ausruht.

Die aktuelle Dokumentation und wissenschaftliche Bewertung der Koalitions-Gesetzgebung seit Sommer 2007 zeigt darüber hinaus: Die Koalition hat reformpolitisch Boden verloren und ist von einer Politik, die langfristig mehr Wachstum und Beschäftigung ermöglicht, weiter entfernt als noch im Sommer. Die Punktzahl des Merkelmeters fiel von 4,2 Punkten im Sommer auf nun 3,1 von 100 in dieser Legislaturperiode möglichen Zählern. Bei einem Wert von 100 hätte die Koalition nach einem wissenschaftlichen Maßnahmeplan des IW Köln optimale Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum und mehr Beschäftigung in Deutschland geschaffen. Der aktuelle Wert des INSM-WiWo-Merkelmeters gibt eine Vorstellung davon, wie weit die Koalition von diesem Ziel noch entfernt ist.

Dieser Rückschritt geht vor allem auf arbeitsmarktpolitische Fehlentscheidungen zurück. Hier hagelte es in jüngster Zeit populistische Polit-Placebos. So führt die Koalition über den „Kommunal-Kombi“ die teuren und gleichzeitig weitgehend wirkungslosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder ein. Gegen den fachlichen Rat vieler Ökonomen verlängert die Regierung Merkel zudem die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I für Ältere. Dabei hat die im Zuge der Agenda 2010 durchgesetzte Verkürzung auf 12 Monate bzw. 18 Monate (für über 55-Jährige) nachweislich neue Arbeitsanreize geschaffen und zig tausende von Älteren zurück in eine reguläre Beschäftigung geführt. Die Bundesregierung billigte darüber hinaus branchenspezifische Mindestlöhne sowie einen Mindestlohn im Postgewerbe. Das könnte den Anfang einer Lawine von Forderungen nach staatlicher Lohnkontrolle markieren – und am Ende den hunderttausendfachen Verlust von Arbeitsplätzen, weil Unternehmen geringer Qualifizierte zu einem staatlichen Garantielohn nicht mehr einstellen können.

In der Finanzpolitik steuert die Große Koalition auf eine Entscheidung zu, die vor allem die für unsere Wirtschaft so wichtigen Familienunternehmen beeinträchtigen wird: Die geplante Reform der Erbschaftssteuer droht in bürokratischer Konfusion zu enden. Die Bundesregierung präsentiert einen Gesetzentwurf, der den Erlass der Erbschaftssteuer von so komplizierten Auflagen abhängig macht, dass man sich wünscht, Deutschland würde dem Beispiel Österreichs folgen: Dort wird man die Erbschaftssteuer einfach abschaffen.

„Einstieg in Arbeit“ – die INSM-Schiffstour im Regierungsviertel

Dienstag, den 10. Juni 2008

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft holt Prominente, Experten und Bürger ins Boot für mehr Beschäftigung

Berlin. – Sommer 2008: Noch immer sind Millionen Menschen in Deutschland auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Gerade unter den jüngeren und älteren finden viele keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Einstiegshürden sind hoch. Wie sie überwunden werden können und welche neuen Konzepte wir brauchen, um Beschäftigung für mehr Menschen zu schaffen, das ist Gegenstand der aktuellen Kampagne „Einstieg in Arbeit“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). „Der berufliche Aufstieg ist perspektivisch immer ein wichtiges Thema“, fasst INSM-Geschäftsführer Dieter Rath die Kampagnenidee zusammen, „aber für viele Menschen ist der Einstieg in Arbeit das eigentliche Problem, und wir möchten Politik und Bürger anregen, gemeinsam mit uns über neue Konzepte nachzudenken.“

Vom 16. bis 18. Juni 2008 lädt die INSM gemeinsam mit dem Tagesspiegel zur Diskussion auf das Spreeboot „Comtess“ im Regierungsviertel ein. An Bord sind u.a. Andreas Schneider, der PISA-Experte der OECD, der „Arbeitsbeschaffer“ Lars Naun-dorf, die Politikerin Ekin Deligöz und der Schattenwirtschaftsexperte Prof. Friedrich Schneider. Sie und weitere Prominente diskutieren mit interessierten Bürgern über neue Wege zu mehr Beschäftigung.

Jeder der drei Tage ist einem Thema gewidmet: Am 16.6. geht es um bessere Bildungschancen, am 17.6. um den umstrittenen Mindestlohn und seine Wirkungen und am 18.6. darum, wie Familie und Karriere besser vereinbar sein können. Zum Programm gehört an jedem der drei Thementage vormittags eine Podiumsdiskussion; am Nachmittag gibt es Zuschauergespräche mit einem Experten und einen unterhaltsamen Ausklang.

Mehr zu den Inhalten der Kampagne finden Sie unter www.einstieg-in-arbeit.de.
Im Rahmen der Schiffstouren sind Einzelinterviews mit den Gästen nach Absprache gern möglich. Das vollständige Programm finden Sie anbei.

Über Ihre Anmeldung mit dem beigefügten Faxformular würden wir uns freuen.

INSM-Pressemeldung als PDF-Download.

Pressekontakt:
Barbara Willms,
Tel.: (0172) 2486252,
E-Mail: willms@insm.de

INSM-Allensbach-Umfrage zu Ausbildungs- und Arbeitsplatzchancen für gering qualifizierte Jugendliche

Mittwoch, den 4. Juni 2008

Einstieg in Arbeit: Hier geht es zur WebsiteUnternehmer, Lehrer und Sozialarbeiter bemängeln Bildungs- und Motivationsdefizite bei Jugendlichen

Berlin. – Gering qualifizierte Jugendliche haben in Deutschland schlechte Chancen, einen Job zu finden. Darin stimmen über 90 Prozent der vom Institut für Demoskopie Allensbach befragten Arbeitgeber, Sozialarbeiter und Lehrer überein. Befragt wurden 506 Arbeitgeber, Sozialarbeiter/-pädagogen und Lehrer an Haupt-, Mittel- und Förderschulen. Die Umfrage stellte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Mittwoch in Berlin vor.

Arbeitgeber, Sozialarbeiter und Lehrer sind sich erstaunlich einig: Die Gründe für die schlechten Jobaussichten sehen sie vor allem in Motivations- und Persönlichkeitsdefiziten der gering qualifizierten Jugendlichen, die mit den gestiegenen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht Schritt halten können. Drei Viertel der Befragten nannten die fehlende Leistungsbereitschaft der Jugendlichen, sowie Unpünktlichkeit und fehlendes Bewusstsein für Regeln als Einstellungshindernisse. Unternehmer (92 Prozent) bemängelten schlechte Grundfertigkeiten beim Rechnen und Schreiben, während Sozialarbeiter (89 Prozent) und Lehrer (85 Prozent) die niedrige Frustrationsschwelle als Haupthindernis für einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz ansahen.

Die Bereitschaft der Jugendlichen, von staatlicher Unterstützung zu leben, wird von Sozialarbeitern und Lehrern hoch eingeschätzt. Nur einem geringen Teil der Jugendlichen ist es wichtig, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, glauben Sozialarbeiter (12 Prozent) und Lehrer (25 Prozent). Arbeitgeber (89 Prozent), Sozialarbeiter (75 Prozent) und Lehrer (71 Prozent) sind unisono der Meinung, dass die Jugendlichen eine bessere schulische Qualifikation benötigen. Sie befürworten eine engere Zusammenarbeit von Betrieben und Schulen. Sozialarbeiter und Lehrer befürworten auch den Ausbau der sozialpädagogischen Betreuung.

Staatliche Lohnzuschüsse für gering qualifizierte Jugendliche werden von der Mehrheit der Befragten hingegen nicht als Allheilmittel gesehen. Immerhin 31 Prozent der kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern versprechen sich jedoch einen positiven Beschäftigungseffekt. “Am wichtigsten ist eine langfristige Qualifizierungsoffensive”, sagt INSM Geschäftsführer Max A. Höfer, “ein Kombi-Lohn kann besonders in kleinen Betrieben neue Jobs für Geringqualifizierte schaffen”. Starke Befürwortung von allen Seiten (zirka 60 Prozent) findet zudem der Vorschlag, staatliche Zuschüsse zu den Lohnkosten an Ausbildungsbetriebe zu zahlen.

Pressekontakt: Max A. Höfer, Tel.: (0172) 9243939, E-Mail: hoefer@insm.de

Ergänzende Informationen finden Sie auf der Website Einstieg in Arbeit

Wissenschaftler haben hier Auftrag der INSM wichtige Beschäftigungshürden identifiziert und Auswege aus der Problematik ermittelt. Eine wichtige Beschäftigungshürde sind Bildungsdefzite. Dazu heißt es auf dem von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eingerichteten Online-Portal:

Menschen mit wenig Bildung haben wenig Aussichten auf Beschäftigung.
Bereits an dieser Stelle muss späterem Schulversagen von Kindern aus sozial schwächeren Familien vorgebeugt werden. Bildungsdefizite sind hier in Deutschland besonders ausgeprägt, so der PISA-Vergleich mit anderen Industrieländern.

Akuter Handlungsbedarf besteht zudem an den Hauptschulen. Perspektivlosigkeit und Gewalt verhindern hier vielerorts eine adäquate Bildung. Die Schulabbrecher-Quote muss drastisch sinken. Anzustreben ist eine Ganztagsschul-Betreuung, die eine bessere Betreuung der Schüler zum Beispiel bei den Hausaufgaben ermöglicht. Ein Ganztagsbetrieb eröffnet zudem die Möglichkeit zur Förderung von Schülern, die zum Beispiel aufgrund von Sprachdefiziten dem Unterricht gar nicht folgen können. Dies ist vor allem in multikulturell geprägten Regionen wichtig.

Fazit: Zu Recht klagen Unternehmen aktuell über unzureichende Fähigkeiten von Schulabgängern im Lesen, Schreiben und Rechnen. Das muss sich im Interesse der Betroffenen, aber auch im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland ändern. Dafür brauchen wir eine bessere Bildung.

Weitere Beschäftigungshürden und Wege aus dem Dilemma finden Sie auf dem INSM-Portal www.einstieg-in-arbeit.de.

INSM-Pressemitteilung zur Allensbach-Umfrage zum PDF-Download.
 

TNS Emnid-Umfrage zu Abgabenbelastung und Beschäftigung – Bevölkerung und Unternehmen einig: Geringere Sozialabgaben und Steuern bringen mehr Jobs

Donnerstag, den 29. Mai 2008

Logo von TNS EmnidBerlin – Arbeitslosigkeit ist der Hauptgrund für Armut. Deshalb sind neue Jobs so wichtig. Welche Maßnahmen schaffen wirklich Arbeit? Was bremst die Neueinstellung von Mitarbeitern? Diese Fragen stellte TNS Emnid in einer repräsentativen Umfrage sowohl an private Haushalte in Deutschland als auch an Unternehmen. Die Antworten dieser Befragung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sind überraschend ähnlich. Haupthemmnisse für neue Jobs sind:

1. Zu hohe Lohnnebenkosten/Sozialabgaben
(80 Prozent der Unternehmen, 73Prozent der Bevölkerung),
2. Fachkräftemangel (69 Prozent der Unternehmen, 76 Prozent der Bevölkerung),
3. schlechte Qualifikation von Berufseinsteigern (69 Prozent der Unternehmen, 72 Prozent der Bevölkerung),
4. zu rigider Kündigungsschutz (62 Prozent der Unternehmen, 66 Prozent der Bevölkerung). In der aktuellen Politik spielt die Entlastung der Bevölkerung von Steuern und Abgaben eine große Rolle: Laut TNS Emnid-Umfrage meinen 54 Prozent der Bevölkerung, dass eine Senkung der Sozialabgaben ganz sicher neue Arbeitsplätze schaffen würde. 41 Prozent erwarten von einer Senkung der Einkommensteuersätze mehr Jobs.

Die Umfrage führte TNS Emnid Anfang Mai im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durch. “Bevölkerung und Unternehmen stimmen in hohem Maß überein, dass die hohe Abgabenbelastung, Bildungsdefizite und ein zu rigider Kündigungsschutz Barrieren für den Einstieg in Arbeit sind”, kommentiert INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer die TNS Emnid-Ergebisse.

Zur aktuellen Debatte, ob ein Mindestlohn oder ein Kombilohn, bei dem der Staat einen geringen Lohn aufstockt, besser wäre, sagen 42 Prozent der Bevölkerung, ein Kombilohn schaffe mehr Arbeitsplätze. 31 Prozent sind der Meinung, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kostet. 43 Prozent sehen keine Veränderung durch einen Mindestlohn, lediglich 21 Prozent versprechen sich von einem Mindestlohn neue Jobs.

“Die Große Koalition muss also deutlich mehr tun, um den Weg in den Arbeitsmarkt freizumachen. Vor allem aber darf sie keine neuen Hürden aufbauen, wie dies beim Mindestlohn der Fall ist”, so Höfer weiter.

Pressekontakt:

Max A. Höfer, Tel.: (0172) 9243939, E-Mail: hoefer@insm.de

Ergänzende Informationen über Hürden, die Menschen am Einstieg in Arbeit hindern, finden Sie auf dem INSM-Webportal “Einstieg in Arbeit”. Hier finden Sie auch wissenschaftlich fundierte Hinweise, wie mehr Menschen in Beschäftigung finden können. Als Hauptbeschäftigungshürden haben die Wissenschaftler identifiziert:

 

Bildungsdefizite: Zu Recht klagen Unternehmen aktuell über unzureichende Fähigkeiten von Schulabgängern. Fakt ist: Die Zahl der Schulabbrecher und Abgänger ohne Abschluss ist vor allem an Hauptschulen zu hoch. Hier muss sich etwas ändern, damit Menschen besser gebildet werden und später erfolgreicher im Beruf sein können. Optimale Förderung gerade von Kindern aus sozial schwächeren Schichten muss bereits im Kindergartenalter beginnen. Lesen Sie hier mehr

Bürokratie: 46 Milliarden Euro jährlich kostet die staatliche Bürokratie die Unternehmen. Könnten wir in Deutschland den Paragraphen-Dschungel lichten und die Vorschriften auf das Niveau Großbritanniens senken, so hätten wir die Chance, eine halbe Million neue offizielle Jobs zu gewinnen. Lesen Sie hier mehr…

ein rigider Kündigungsschutz: Der starre Kündigungsschutz in Deutschland hilft Arbeitsplatzbesitzern, ihren Job zu behalten. Er schadet aber den Arbeitslosen – den Outsidern –, die keinen Einstieg in Beschäftigung finden, weil Unternehmen Neueinstellungen fürchten – aus Angst, dass sie einmal eingestellte Arbeitskräfte bei einem Auftragsloch nicht mehr abbauen können. Lesen Sie hier mehr…

hohe Lohnzusatzkosten: 33 Euro pro Stunde zahlt ein Unternehmen nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt für einen Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe. Und das liegt nicht in erster Linie an dem, was ein Arbeitnehmer ausgezahlt bekommt, sondern an den Lohnzusatzkosten – dem sogenannten zweiten Lohn. Diese Kosten müssen sinken, damit Deutschland im internationalen Vergleich der Personalkosten punkten kann. Lesen Sie dazu hier mehr

Mindestlöhne: Immer massiver werden die Rufe nach einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Doch was die Befürworter nicht auf Ihrer Rechnung haben, ist die Frage, wer die Mitarbeiter einstellen oder im Job halten soll, wenn ihre Produktivität geringer ist als der angestrebte Mindestlohn von 7,50 Euro. Dieses Problem betrifft vor allem geringer Qualifizierte, die bereits jetzt Sorgenkinder des Arbeitsmarktes sind. Lesen Sie dazu hier mehr…

Studie: PISA hat Bildungspolitik mobilisiert: “Politik-Check Schule” dokumentiert Fortschritte in allen Bundesländern

Dienstag, den 27. Mai 2008

INSM-Politik-Check Schule: Hier geht es zur WebsiteKöln. – Der PISA-Schock zeigt Wirkung: Alle 16 Landesregierungen haben – wenn auch in unterschiedlichem Tempo – ihre Schulgesetze und ihre Schulpolitik modernisiert. In Schulnoten ausgedrückt reichen die Verbesserungen insgesamt betrachtet von “gut” bis “befriedigend”, so die Studie “Politik-Check Schule” des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Sie stellt den Bundesländern ein Zeugnis aus. IW-Direktor Professor Michael Hüther präsentierte die Ergebnisse heute in Berlin in Anwesenheit der nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara Sommer.

Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter einer Gruppe von fünf Bundesländern, die ihre schulpolitischen Hausaufgaben besonders gut erledigt haben: Neben Nordrhein-Westfalen sind das Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern die alle ein glattes “gut” erhalten. Diese Noten setzen sich zusammen aus den Wertungen in fünf Handlungsfeldern.

Bildungsziele:
Die IW-Wissenschaftler analysieren hier, welche schulpolitischen Verbesserungen die Landesregierungen in ihren Schulgesetzen verankert haben. Dazu gehört die Selbstverpflichtung, sich an den von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Bildungsstandards zu orientieren, für systematische Qualitätssicherung zu sorgen und die Schulen mit mehr Selbstständigkeit auszustatten. Bei der Verankerung der “Bildungsziele” schnitten die Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen mit “sehr gut” ab.
Die weiteren Bereiche zeigen, wie weit der politische Anspruch in die Realität umgesetzt wird:

Qualitätssicherung:
Gefragt wird hier, welche verbindlichen Instrumente eingeführt wurden, um Lernerfolge zu messen und zu verbessern. Dazu zählen landesweite Schulinspektionen und Vergleichsarbeiten in allen Schulen sowie zentrale Prüfungen. Spitzenreiter sind Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen (alle 1-) sowie Bayern, Niedersachsen und Sachsen (jeweils 2+).

Systemmanagement:
Hier geht es um die Frage, wie selbstständig Schulen bereits arbeiten können, und wie viele Kompetenzen die Landesregierungen den Schulleitern zugestehen. Spitzenreiter ist hier Mecklenburg-Vorpommern mit einer 1. Dort liegt die Verantwortung für den Unterrichtserfolg sowie die Einstellung von Lehrern, bereits weitgehend in den Händen der Schulleiter.

Schulkultur:
Hier teilen sich die Länder Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein (jeweils 2-) die Spitzenposition. Schulen dort sind aufgefordert, ihre pädagogische Praxis an einem Schulprogramm zu orientieren. Defizite gibt es bundesweit beim Angebot verpflichtender Ganztagsschulen, die vor allem für die Förderung von Kindern aus bildungsärmeren Schichten sehr wichtig sind.

Lehren und Lernen:
Politik muss Schulen eindeutige Ziele vorgeben, welche Kompetenzen Schüler in bestimmten Abschnitten ihrer Schullaufbahn haben müssen. Gefordert sind auch Kernlehrpläne, die konkret formulieren, wie der Unterricht gestaltet werden sollte, damit bestimmte Kompetenzen erworben werden können. Bes-tes Bundesland in diesem Qualitätsbereich ist Hessen (2+). Die Politik gibt dort eindeutige Ziele vor, welche Kompetenzen Schüler in bestimmten Abschnitten ihrer Schullaufbahn haben müssen. Hessen verfügt darüber hinaus über gute Angebote zur Förderung bestimmter Zielgruppen wie hochbegabte oder lernschwache Schüler.

Fazit:
“Unsere Studie belegt, dass alle Landesregierungen die aus Expertensicht notwendigen bildungspolitischen Ziele in ihren Schulgesetzen inzwischen klar formuliert haben”, kommentierte IW-Direktor Hüther die Ergebnisse des Politik-Checks Schule. Die Studie deckt aber auch auf, wo die Länder auf dem Weg zu besserer Schulbildung noch Nachholbedarf haben.

Hüther: “In vielen Bundesländern zögert die Politik noch, den Schulen echte Selbstständigkeit und den Schulleitern die nötigen Führungskompetenzen einzu-räumen, die sie brauchen, um ihre Schulen zu besseren Lernerfolgen zu führen. Schulleiter, die keine Disziplinar- und Budgetrechte haben, können ihr Unterrichtsteam nicht nach Leistung bezahlen und haben damit ein Motivationsproblem. Das muss sich ändern.” Schulleiter müssen nach Auffassung Hüthers darüber hinaus das Recht erhalten, eigenverantwortlich Lehrer einzustellen.

“Die Bildungspolitik muss Schulen darauf verpflichten, ihre Leistung transparent zu machen, damit Eltern wissen, wo sie ihre Kinder einschulen”, forderte INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer. Die INSM-Expertise hatte ergeben, dass die interne und externe Prüfung der Leistungen von Schulen sowie ihrer Unterrichtsqualität in vielen Bundesländern erst am Anfang steht. Höfer: “Schulwahl darf kein Blindflug sein. In Schweden werden Schulleistungen im Internet veröffentlicht. Das sollte auch in Deutschland so sein, denn Wettbewerb führt zu besseren Ergebnissen. Deshalb brauchen wir Transparenz.”

Ein weiteres flächendeckendes Defizit, das der “Politik-Check Schule” offenbart: Bundesweit gibt es zu wenige Ganztagsschulen mit verpflichtendem Angebot. “Wir brauchen die ganztägige Betreuung, weil wir so Schüler besser erreichen und mehr Bildung vermitteln können”, so Professor Hüther. Defizite in der Zeiteffizienz gibt es in vielen Ländern auch noch, weil dort ein konkreter gesetzlicher Auftrag an die Schulen fehlt, Schüler durch gezielte Förderung vor Sitzenbleiben zu schützen.

Insgesamt belegt der INSM-”Politik-Check Schule” jedoch, dass die Kultuspolitiker aller Länder die Herausforderung nach dem PISA-Schock von 2001 als Handlungsaufforderung verstanden haben. Die Expertise lässt auf bessere Lern- und Unterrichtserfolge in den kommenden Jahren hoffen.

Pressekontakt INSM:
Carsten Seim, INSM-Projektleiter, Tel.: (0221) 4981-403, E-Mail: seim@insm.de.

Hier finden Sie weiterführende Informationen zur INSM-Studie “Politik-Check Schule”.

Die Kurzfassung der Studie

Die Pressemitteilung zur Studie

Statement von Prof. Dr. Michael Hüther

Statement der nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara Sommer

Präsentation zur Pressekonferenz

Alle Downloads und Länderprofile

Hier finden Sie alle Länderprofile des INSM-”Politik-Checks Schule”:

Ergänzende Informationen zum INSM-Bildungsmonitor:

Auf der Website, die den “INSM-Politik-Check Schule” präsentiert, ist auch eine bildungsökonomische Studie hinterlegt, die den Ist-Zustand der bildungspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland nach Bundesländern geordnet wiederspiegelt. Der Bildungsmonitor ist eine Betrachtung des Bildungssystems in 13 bildungsökonomisch relevanten Handlungsfeldern. Die Darstellung des Bildungsmonitors im Jahr 2007 unterscheidet sich zur Darstellungsweise in den drei Vorjahren. In den Jahren 2004, 2005 und 2006 wurden die Bildungsbereiche Vor- und Grundschule, allgemeinbildende weiterführende Schule, Lehrausbildung und Hochschulausbildung bewertet.

Mehr Informationen zu dieser Studie der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) aus dem Jahr 2007 finden Sie hier. Im Sommer 2008 wird es eine Neuauflage des INSM-Bildungsmonitors geben.

Der INSM-Bildungsmonitor bewertet, wie erfolgreich jedes Bundesland sein Bildungssystem so ausgestaltet, dass daraus optimale Wachstums- und Beschäftigungsimpulse entstehen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Bildung auch aus volkswirtschaftlicher Sicht eine Investition in die Zukunft ist. Aus Bildungsprozessen entsteht Humankapital. Darunter versteht man Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, das in Personen verkörpert ist sowie durch Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung erworben wird. In der Forschung gibt es eine Vielzahl von Theorien und Studien, die die positive Wirkung von Humankapital auf Wachstum und Beschäftigung belegen. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland in besonderer Weise darauf angewiesen. Die Studie Bildungsmonitor analysiert erstmals wissenschaftlich, wie stark die Bildungssysteme der Länder die Voraussetzungen für Wachstum schaffen und stellt die Bundesländer als relevante bildungspolitische Akteure in eine Rangfolge.

INSM präsentiert Emnid-Umfrage zu Abgabenbelastung und Beschäftigung: Zwischen Steuersenkung und Mindestlohn: Was schafft wirklich Arbeit?

Sonntag, den 25. Mai 2008

Berlin – Deutschland braucht mehr Jobs: Doch welche Hemmnisse verhindern neue Arbeitsplätze? Eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) befragte sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen: Was verhindert neue Jobs in Deutschland? Sind es die Lohnnebenkosten oder die schlechte Qualifikation vieler Berufseinsteiger? Ist es der zu rigide Kündigungsschutz oder der Fachkräftemangel? Was antworten die Unternehmer, was die Arbeitnehmer?

Die Ergebnisse dieser Umfrage werden auf der Pressekonferenz vorgestellt.

Dazu laden wir Sie herzlich ein:

   Termin: Donnerstag, 29. Mai 2008, 11:00 Uhr
   Ort: Bundespressekonferenz, Konferenzraum V, Schiffbauerdamm 40,
  Berlin-Mitte Die Ergebnisse der Umfrage werden vom INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer und dem Geschäftsführer von TNS Emnid, Klaus-Peter Schöppner, vorgestellt.

Bitte teilen Sie uns per Fax mit, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen können.

FAX-Antwort: 030 – 700 186 370

   29. Mai 2008 um 11.00 Uhr
   Im Haus der Bundespressekonferenz,
   Schiffbauerdamm 40, Berlin-Mitte,
   Raum V “Was erleichtert den Einstieg in Arbeit?”

Pressekontakt:

INSM:
Max A. Höfer
Tel.: (0172) 9243939
E-Mail: hoefer@insm.de

Einladung zur Pressekonferenz: Neue INSM-Studie „Schulpolitik-Check“ – Zeugnisse für 16 Landesregierungen

Montag, den 19. Mai 2008

Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): Professor Michael HütherBerlin. – Zeugnistag für die Schulpolitik: Wie gut haben die 16 Bundesländer ihre schulpolitischen Hausaufgaben nach PISA gemacht? Haben sie die gesetzgeberischen Voraussetzungen dafür geschaffen,

- dass Schulen autonomer werden können?
- dass die Schulleiter Personalverantwortung erhalten?
- dass Schulen auf Ganztagsbetrieb umgestellt werden können?
- dass Hochbegabte ebenso wie sozial Schwächere eine bessere Förderung erhalten?
- dass das Qualitätsmanagement verbessert wird?

Diese Fragen beantwortet eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die Expertise unter dem Titel „Schulpolitik-Check“ bewertet die schulpolitischen Reformen und stellt den Landesregierungen Zeugnisse dafür aus, wie gut sie ihre gesetzgeberischen Hausaufgaben gemacht haben, um in ihrem Bundesland den Weg für eine bessere Schulbildung freizumachen.

Professor Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer sowie INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer werden die Studie am Dienstag, 27. Mai 2008, um 11 Uhr, im Haus der Bundespressekonferenz präsentieren und kommentieren. Zu dieser Pressekonferenz laden wir Sie herzlich ein.

Termin und 0rt:
Dienstag, 27. Mai, 11 Uhr
Bundespressekonferenz
Pressehaus/0103
Schiffbauerdamm 40, Berlin
Raum 1/2

Pressekontakt: Carsten Seim, Tel.: (0221) 4981-403, E-Mail: seim@insm.de.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist eine überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland.

www.insm.dewww.insm.bildungsmonitor.dewww.unicheck.de

„Hürden weg! Einstieg in Arbeit erleichtern.“

Montag, den 28. April 2008

Aktion mit Olympiasiegerin zu den Koalitionsberatungen über den Mindestlohn

Berlin – Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth warb mit einer Aktion vor dem Berliner Reichstagsgebäude dafür, den Einstieg in Arbeit zu erleichtern. Die Aktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft fand anlässlich der Sitzung des Koalitionsausschusses statt, der an diesem Tag über den Mindestlohn beriet. Während der Tagung des Koalitionsausschusses war ein Hürdenparcours vor dem Reichstagsgebäude aufgebaut. Die Hürden symbolisieren dabei fünf Themenfelder, die in Deutschland aktuell viele Menschen am Einstieg in den Arbeitsmarkt hindern: Ausufernde Bürokratie, verbreitete Bildungsdefizite, der beschlossene Mindestlohn, hohe Lohnzusatzkosten und überzogene Kündigungsschutz-Vorschriften. In Deutschland leiden darunter besonders Gering¬qualifizierte, Ältere, Jugendliche und Langzeitarbeitslose.

Die zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung, Ulrike Nasse-Meyfarth, Unterstützerin der INSM, diskutierte bei der INSM-Aktion mit Passanten, Poli-tikern und Journalisten. Sie engagiert sich heute beruflich in der sportlichen Jugendarbeit. Nasse-Meyfarth: „Im Sport gilt das Prinzip des fairen Wettbewerbs. Bei einem Hürdenlauf sind die Hürden so ausgelegt, dass sie überwindbar blei-ben. Dies ist auf dem Arbeitsmarkt nicht der Fall. Viele Bewerber stehen hohen Einstiegsbarrieren gegenüber. Das hindert sie daran, überhaupt in den Wett-bewerb einzutreten.“

INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer: „Die Große Koalition muss deutlich mehr tun, um den Weg in den Arbeitsmarkt freizumachen. Vor allem aber darf sie keine neuen Hürden aufbauen, wie dies beim Mindestlohn der Fall ist.“ Höfer weiter: „Stattdessen muss die Politik schnellstens alle Hürden am Arbeitsmarkt abbauen und damit die Einstiegs- und Aufstiegschancen für alle zu verbessern.“

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft tritt für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Deutschland ein, um langfristig Wohlstand und Wachstum zu sichern. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.insm.de.

Pressekontakt:
Max A. Höfer,
Tel.: (0221) 4981-404,
E-Mail: hoefer@insm.de

André Hewer,
Tel.: (030) 7 00 18 6752,
(0176)20074203
E-Mail: andre.hewer@s-f.com

Weiterführende Informationen:

Hier können Sie die Pressemeldung als PDF downloaden.

Finden Sie mehr zum Thema Mindestlohn und Arbeitsmarktpolitik im Allgemeinen im INSM-Merkelmeter, der wissenschaftlichen Politik-Analyse der Initiative Neue Soziale Martkwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche:

Arbeitsmarktpolitik

Im Koalitionsausschuss haben Union und SPD sich auf die flächendeckende Einführung branchenspezifischer Mindestlöhne geeinigt. Dies wollen sie über die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und die Aktualisierung des Mindestarbeitsbedingungsgesetzes erreichen. Das Entsendegesetz wurde 1996 von der Regierung Kohl eingeführt. Das Gesetz sollte vor allem … Mehr

Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und Modernisierung des Mindestarbeitsbedingungsgesetzes

Das Arbeitnehmer-Entsendegesetz soll auf alle Branchen ausgeweitet werden, die mindestens zur Hälfte tarifgebunden sind. Alle entsprechenden Wirtschaftszweige, deren Tarifparteien mit einem bundesweiten Tarifvertrag bis zum 31.3.2008 einen gemeinsamen Antrag gestellt haben, werden aufgrund des dann eingeleiteten Gesetzgebungsverfahrens in seinen Geltungsbereich … Mehr

50 Studenten-Sekretariate im Test: Göttingen top – Berlin flop

Donnerstag, den 24. April 2008

Köln (ots) – Etwa 350.000 Schüler immatrikulieren sich in diesem Jahr an deutschen Hochschulen. Erste und wichtigste Anlaufstelle für sie sind dabei die Immatrikulationsämter oder Studentensekretariate der zukünftigen Unis. Wie gehen diese Büros mit ihren baldigen Studierenden um? Unicheck.de hat das getestet.

Das Ergebnis: Die vermeintliche Servicewüste kommt in Bewegung, aber nur ein bisschen. Für Unicheck hat der Deggendorfer Gymnasiast Markus Nagler 50 Immatrikulations-Ämtern eine Mail geschrieben und beispielsweise gefragt, wo er sich nach einem Wohnheimzimmer erkundigen kann. Nach wenigen Stunden waren Antworten im Briefkasten, von immerhin der Hälfte aller Büros. Nur zwei haben gar nicht reagiert, alle anderen innerhalb von zehn Tagen.

Allerdings haben nur fünf Hochschulen alle sechs Fragen beantwortet, die dem Tester unter den Nägeln brannten. Die anderen ließen einzelne oder alle Fragen aus, kopierten stattdessen allgemeine Informationstexte in die Mail. Auch bei den online verfügbaren Informationen für zukünftige Studierende und vor allem den Öffnungszeiten der Büros gibt es große Schwankungen: zwischen 6 und 33 Stunden pro Woche.

Sieger beim Test, in den insgesamt vier Kategorien eingegangen sind, ist die Georg-August-Universität Göttingen, vor der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Rostock. Das Schlusstrio (Plätze 48 bis 50) bilden die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die Hochschule Konstanz und die Humboldt-Universität zu Berlin. “Ein bisschen Licht, aber noch viel Schatten”, kommentiert Ronald Voigt von Unicheck das Ergebnis.

Das komplette Ranking finden Sie hier: http://www.presseportal.de/go2/Studiensekretariate

Unicheck ist ein Portal der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, einer überparteilichen Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden: www.insm.de. Unicheck.de wird unterstützt von Unicum, der Financial Times Deutschland (FTD) und dem Verbrauchermagazin Guter Rat.

Pressekontakt:
Ronald Voigt
Tel.: (0221) 4981-418
E-Mail: voigt@insm.de.

Weiterführende Informationen:

Finden Sie mehr zum Unicheck-Test:

Artikel zum Test in den Campus-News des INSM-Portals zu Studiengebühren:

Der erste Eindruck zählt. Jedes Jahr nehmen hunderttausende Abiturienten zum ersten Mal Kontakt mit einer deutschen Hochschule auf. Erste Anlaufstelle sind typischerweise die Verwaltungsmitarbeiter des Studentensekretariats. Ob man dort ein’s auf die Mütze kriegt, das Schweigen im Walde herrscht oder man freundlich informiert wird, Unicheck hat’s für Euch herausgefunden. weiter

Alle Ergebnisse des deutschlandweiten Sekretariatstests von Unicheck als PDF

Der Fragebogen, der an Universitäten verschickt wurde als PDF

Der Fragebogen, der an Fachhochschulen verschickt wurde als PDF

Kindergärten in Deutschland – der Gebührenwahnsinn!

Montag, den 17. März 2008

Neue Studie offenbart große regionale Unterschiede bei den Gebühren kommunaler Kindergärten – von 0 bis 3.888 Euro im Jahr

Gebühren-Ranking von 100 Städten / Eltern in Norddeutschland zahlen oft mehr

Berlin, 17. März 2008 – Ein aktueller Preisvergleich der kommunalen Kindergärten in 100 deutschen Städten offenbart jetzt eklatante regionale Unterschiede. Während einige Kommunen sogar einkommensschwache Familien kräftig zur Kasse bitten, müssen in anderen Städten selbst Besserverdienende keinen Cent für die Betreuung der Dreibis Sechsjährigen zahlen. „Diese Unterschiede haben eine erhebliche soziale Schieflage zur Folge“, so ELTERN-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki. „Und sie behindern die Chancengleichheit unter Deutschlands Kindern.“

Dass die Gebühren kommunaler Kindergärten in Deutschland variieren, ist zwar nicht neu. Wie gewaltig aber die Unterschiede im Bundesgebiet tatsächlich sind, macht jetzt erstmals eine gemeinsame Untersuchung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Zeitschrift ELTERN transparent. Experten der IW Consult, Köln, haben Daten aus den 100 bevölkerungsreichsten deutschen Städten gesammelt und die Kosten für Halbtagsbetreuung verglichen.* Die Studie zeigt, dass Durchschnittsverdiener je nach Stadt viel Geld in die Hand nehmen müssen, wenn sie ihren Nachwuchs in die Kita schicken. So muss beispielsweise eine Familie (Familienbrutto 45.000 Euro) für zwei Kinder in Bremen 3.096 Euro im Jahr aufbringen. INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer plädiert dafür, „den Halbtags-Kindergarten ab dem 3. Lebensjahr als erste Bildungsstufe zu sehen und wie die Schule bundesweit generell kostenfrei zu stellen“. Dem pflichtet Marie-Luise Lewicki bei: „Frühkindliche Förderung entscheidet über spätere Chancen im Leben und darf nicht an finanziellen Hürden scheitern.“

Weitere zentrale Ergebnisse der Untersuchung:

Je höher das Einkommen, desto geringer die prozentuale Belastung

Es gibt verschiedene Methoden, die Beiträge sozial zu staffeln: Viele Städte gewähren Geschwisterermäßigung, andere nicht. Die meisten Kommunen staffeln die Elternbeiträge nach Einkommen, aber nicht alle. Einige Länder schreiben diese Staffelung vor, andere nicht. Im Durchschnitt nimmt der prozentuale Anteil am Bruttojahreseinkommen, den die Eltern für die jährlichen Elternbeiträge in städtischen Kindertageseinrichtungen aufbringen müssen, mit steigendem Bruttojahreseinkommen ab. Die Anzahl der Einwohner in den Kommunen hat keinen kausalen Einfluss auf die Höhe der Elternbeiträge: Weder steigen die Elternbeiträge mit der Anzahl der Einwohner, noch fallen sie strikt.

Teures Norddeutschland

Die Studie belegt, dass die Höhe der Elternbeiträge auch nach Bundesländern zum Teil extrem variiert: Kommunen aus nördlichen Bundesländern belasten Bezieher geringer, mittlerer und hoher Einkommen im Durchschnitt höher als Kommunen aus südlichen Bundesländern. In Nord- und Ostdeutschland sind die Einrichtungen für Geringverdiener oft kaum erschwinglich. Lübeck beispielsweise bittet Eltern mit geringem Familieneinkommen mit 1.692 Euro pro Jahr für ein Kind zur Kasse. Das heißt: Diese Eltern müssen für den Kindergarten bis zu 7 Prozent ihres Jahreseinkommens ausgeben. Von Beziehern hoher Einkommen verlangt Minden die höchsten Beiträge: Wer zwei Kinder im Kindergarten hat, muss hier 3.888 Euro berappen. Hessische und sächsische Kommunen belasten sowohl Bezieher mittlerer als auch hoher Einkommen am wenigsten. Im Saarland, in Berlin, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bleibt immerhin das letzte Kindergartenjahr kostenfrei.

Heilbronn belegt Spitzenplatz des Rankings

Als einsamer Sieger in jeder der sechs möglichen Konstellationen des Rankings geht Heilbronn hervor: Die finanzielle Belastung für Eltern reduziert sich hier auf null Euro, da die Stadt seit dem 1. Januar 2008 komplett auf Eltern-Beiträge verzichtet. 24 weitere der 100 untersuchten Kommunen stellen das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei.

Detaillierte Ergebnisse der Untersuchung finden Sie im Internet unter www.eltern.de/kita-monitor und www.insm-kindergartenmonitor.de. Sie sind bei Nennung der Quelle: ELTERN & Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) frei verwendbar für die Berichterstattung.

Pressekontakte:

Eva Kersting
Kommunikation / PR
G+J Frauen / Familie / People
Gruner + Jahr AG & Co KG
Tel: (040) 37 03 29 90
E-mail: kersting.eva@guj.de

Carsten Seim
Projektleiter
INSM – Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft GmbH
Tel: (02 21) 49 81 403
E-Mail: seim@insm.de

Downloads:

Pressemitteilung zum INSM-Kindergartenmonitor
Stellungnahme Max A. Höfer, Geschäftsführer der INSMStellungnahme Marie-Luise Lewicki, Chefredakteurin von ELTERN und ELTERN family

Die Städteprofile im Überblick:

Pressekonferenz der Zeitschrift ELTERN und der INSM: Studie vergleicht bundesweit Kitagebühren

Donnerstag, den 13. März 2008

Von null bis fast 4000 Euro im Jahr: Ein aktueller Preisvergleich der kommunalen Kindergärten in 100 deutschen Städten offenbart jetzt eklatante regionale Unterschiede. Die Ergebnisse werden am Montag, 17. März, 12 Uhr, der Presse vorgestellt.

Mit der gemeinsamen Untersuchung von INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) und der Zeitschrift ELTERN liegt erstmals ein bundesweiter Überblick über Kindergartengebühren vor. Wissenschaftler der IW Consult GmbH Köln haben dafür Daten aus den 100 bevölkerungsreichsten deutschen Städten gesammelt und die Kosten für Halbtagsbetreuung verglichen.

Die Studienergebnisse präsentieren Ihnen Marie-Luise Lewicki, Chefredakteurin ELTERN und ELTERN family, Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur ELTERN, sowie Max A. Höfer, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), am

Montag, 17. März 2008, 12:00 Uhr,

im Tagungszentrum in der Bundespressekonferenz, Schiffbauerdamm 40 / Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin.

Akkreditierung per E-Mail an kersting.eva@guj.de bis 10. März 2008.

Pressekontakt:
Eva Kersting

Kommunikation/PR
G+J Frauen / Familie / People
Gruner + Jahr AG & Co KG
Tel: 040/3703-2990
E-mail: kersting.eva@guj.de
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Carsten Seim
Projektleiter Kindergartenmonitor
INSM – Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft GmbH
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E-Mail: seim@insm.de

Weiterführende Informationen aus einer bereits 2006 vorgestellten Kindergartenstudie der INSM:

Was kostenlose Kindergärten kosten, und warum sich das rechnet - Eine INSM-Studie hat ermittelt, dass es den Staat rund 3,6 Milliarden Euro kosten würde, damit alle Kinder ab dem vierten Lebensjahr kostenfrei in den Kindergarten gehen können. Lesen Sie hier mehr über die wissenschaftlichen Berechnungen.

Was die Politik nun für unsere Kinder tun muss – Die Erkenntnisse aus der INSM-Studie dürfen nach Auffassung der Redaktion ELTERN nicht ohne Konsequenzen bleiben. Zur Vorstellung der INSM-Studie am 11. Dezember 2006 in Berlin wurde ein Forderungskatalog für eine bessere Vorschulförderung präsentiert.

Was Deutschlands Eltern über das Thema denken – Eine Mitte November 2006 durchgeführte Forsa-Umfrage hat ergeben, dass eine breite Mehrheit aller befragten Eltern mit mindestens einem Kind unter 7 Jahren einen verpflichtenden Kindergartenbesuch befürwortet. Lesen Sie hier mehr.

Was Politiker und Fachleute darüber denken – Das Politiker- und Expertenurteil über die Einführung einer Kindergartenpflicht, um Chancengleichheit auch für Kinder aus bildungsarmen Schichten zu gewährleisten, ist gespalten. Lesen Sie hier die Argumente für und gegen eine Kindergartenpflicht.

forsa-Umfrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zum Weltfrauentag: Ja zu Frauenpower, Nein zur Frauenquote

Mittwoch, den 5. März 2008

Berlin. – Zwei Drittel der Deutschen halten nichts von einer „Frauenquote“ für Führungspositionen. Bei Männern ist die Ablehnung mit 74 Prozent noch stärker als bei Frauen (54 Prozent). Nur ein Drittel der Deutschen wünscht sich eine gesetzliche Quote für Frauen in Führungspositionen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Befragt wurden 1.000 Bundesbürger über 18 Jahren.

„Da es erfreulicherweise zunehmend Frauen gibt, die es aus eigener Kraft in die Führungsetagen schaffen, ist das Etikett „Quotenfrau“ unattraktiv“, sagt INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer. Gut fünfzehn Prozent aller Positionen im Management sind derzeit von Frauen besetzt, etwa doppelt so viel wie noch vor einem guten Jahrzehnt.

Weitere Ergebnisse der forsa-Umfrage: 64 Prozent der Deutschen meinen, dass Männer und Frauen gleich gut zur Mitarbeiterführung geeignet sind. 30 Prozent glauben allerdings, dass sich Frauen durch typisch weibliche Eigenschaften wie „hohes Einfühlungsvermögen“ und „für andere mitdenken“ besser als Männer für die Mitarbeiterführung eignen.

Angela Merkel wird als positives Vorbild gesehen: Drei Viertel der Bundesbürger meinen, dass die Bundeskanzlerin andere Frauen ermutigt, selbst Führungspositionen zu übernehmen. Am Weltfrauentag wollen 64 Prozent der Bundesbürger festhalten.

Die INSM stellte die Umfrage auf dem Hauptstadtforum vor, einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung mit dem „Tagesspiegel“ und dem Museum für Kommunikation. Unter der Überschrift „Wie viel besser müssen Frauen sein?” diskutierten Irmingard Schewe-Gerigk, frauenpolitische Sprecherin der Grünen, und Katrin Müller-Hohenstein, Journalistin und Moderatorin des ZDF-Sportstudio.

Die vollständigen Umfrageergebnisse zum Download finden Sie auf www.insm.de.

Pressekontakt:
Barbara Willms, Tel. 0221/ 4981-414, Mobil: 0172-2486252, Email: willms@insm.de

INSM-Forsa-Umfrage zum Weltfrauentag: Hier finden Sie die Pressemitteilung zum Download.

Weiterführende Informationen:

Veranstaltungsrückblick zum Hauptstadtforum der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft):

„Wir können einen Wandel beobachten, die Emanzipation wird immer mehr auch zu einem Thema der bürgerlichen Mitte“, sagte INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer beim gestrigen Haupstadtforum des Berliner Tagesspiegels in Kooperation mit der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft).

Das von Ursula Weidenfeld, stellvertretende Tagesspiegel-Chefredakteurin, moderierte Podium im Berliner Museum für Kommunikation beschäftigte sich mit der Frage, um wieviel besser Frauen im Beruf sein müssen, um ebenso erfolgreich Karriere machen zu können wie Männer. Darüber diskutierten zwei Erfolgsfrauen. Irmingard Schewe-Gerigk, frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen war in Vertretung von Renate Künast gekommen. Ihr Gegenüber war ZDF-Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein.

Katrin Müller-Hohenstein beim INSM-Tagesspiegel-TerminUnterschiedlicher Meinung waren die Frauen zur Frage, ob Deutschland eine Frauenquote brauche. Braucht die Gesellschaft eine solche gesetzliche Festschreibung eines Frauenanteils, zum Beispiel für Führungspositionen, wie dies die Grünen fordern? „Nein“, meint Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Sie wolle sich nur an eigenem Anspruch und an ihrer Leistung messen lassen und erklärte: „Meinen Job mache ich gern, ich mache ihn gut, ich will keine Fehler machen. Und darüber lamentiere ich auch nicht.“

Irmingard Schewe-Gerigk beim INSM-Tagesspiegel-TerminQuoten-Befürworterin ist dagegen die Grüne Irmingard Schewe-Gerigk, die sich seit vielen Jahren mit Frauenpolitik befasst. Sie glaubt, dass Frauen meist höhere Ansprüche an sich selbst stellen, wenn sie beruflich vorankommen wollen: „Frauen müssen einen längeren Atem haben.“ Schewe-Gerigks Partei setzet sich für eine Frauenquote in Führungspositionen ein und hat dies seit langem innerparteilich festgeschrieben.

Lesen Sie hier mehr über diese INSM-Tagesspiegel-Veranstaltung.

Die Pflegeversicherung in der Krise

Mittwoch, den 23. Januar 2008

DIA-Studie beziffert erstmals konkrete Versorgungslücken

Berlin, 23. Januar 2008

Die demografische Entwicklung führt das System der sozialen Pflegeversicherung (SPV) zwangsläufig in die Krise. Deshalb fordert die aktuellste DIA-Studie einen Systemwechsel hin zu einer kapitalgedeckten Eigenvorsorge.

„Ohne grundlegende Reformen wird das System der sozialen Pflegeversicherung (SPV) in den kommenden Jahrzehnten zusammenbrechen.“ Dessen sind sich die die Autoren der DIA-Studie, Professor Dr. Bernd Raffelhüschen und Dr. Jasmin Häcker (Forschungszentrum Generationenverträge, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), sicher. Die Ursachen dafür sehen sie im erst 1995 eingeführten Umlageverfahren, das aufgrund des tiefgreifenden demographischen Wandels zum Kollaps führen wird. So ergibt sich aus den Daten des Statistischen Bundesamts (2006), dass im Jahr 2050 auf 100 Erwerbstätige 58,8 Rentner und 26,4 pflegebedürftige Menschen entfallen werden. Zum Vergleich: 2005 standen 100 Erwerbstätigen 30,5 Menschen über 65 Jahre und 7,1 Pflegebedürftige gegenüber.

Beitragssätze bis zu sieben Prozent
Lag der Beitragssatz 2007 noch bei 1,7 Prozent, wird er zum 1.7.2008 auf 1,95 Prozent angehoben. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird dieser bis zum Jahr 2020 auf 2,4 Prozent, bis 2035 auf 3,3 Prozent und bis 2055 auf 4,6 Prozent steigen. Berücksichtigt man eine realistische Ausgabensteigerung im Pflegesektor von 2,5 Prozent p.a., müsste der Beitragssatz laut DIA-Studie 2055 nicht 4,6 sondern sogar sieben Prozent betragen.

Magere Renditen
Je älter ein Jahrgang ist, umso stärker profitiert er von der umlagefinanzierten SPV. Bei einem unterstellten Beitragssatz von konstant 1,95 Prozent und gleichbleibendem realen Leistungsniveau erzielt der Jahrgang 1935 eine „Rendite“ – das Verhältnis von Beiträgen zu Leistungen – von 33,5 Prozent, die 1945 Geborenen noch 9,7 Prozent, der Jahrgang 1975 sowie die Folgejahrgänge nur noch 3,8 Prozent. Berücksichtigt man aber den über die Zeit steigenden Beitragssatz, wird der Jahrgang 1975 nur noch mit 2,7 Prozent Rendite rechnen können, die 2005 Geborenen beispielsweise mit 1,3 Prozent, der Jahrgang 2010 mit 1,2 Prozent.

Das „Einfriermodell“ – Ausweg aus der Krise
Um zu verhindern, dass junge sowie zukünftige Jahrgänge für gleiche reale Pflegeleistungen deutlich höhere Beiträge zu bezahlen haben, ist eine umfassende Reform unausweichlich. Als eine Möglichkeit schlägt die DIA-Studie vor, den Beitragssatz zur SPV bei 1,7 Prozent einzufrieren. Dies bedeutet eine Reduzierung des aktuellen Leistungsniveaus in den einzelnen Pflegestufen auf etwa die Hälfte. Unter der realistischen Annahme, dass im Pflegebereich ein moderater Kostendruck (2,5 Prozent Steigerung p.a.) unvermeidbar ist, läge das Niveau langfristig sogar bei unter einem Drittel und hätte eher den Charakter einer Grundversorgung.

Versorgungslücken bis zu 65 Prozent
In der Übergangsphase behalten die älteren Versicherten weitgehend ihren Leistungsanspruch gegenüber der SPV. Die jüngeren Versicherten sind demgegenüber zwar stärker von den Leistungskürzungen betroffen, haben aber genügend Zeit für den Aufbau einer privaten kapitalgedeckte Zusatzversicherung. Im optimistischen Szenario („ohne Kostendruck“) mit 1,5 Prozent Ausgabensteigerung p.a. besteht für den Jahrgang 1912 eine Versorgungslücke von 2,2 Prozent für den Jahrgang 1937 bereits von 18,8 Prozent bei den 2007 Geborenen von knapp 60 Prozent beim Jahrgang 2022 von knapp 65 Prozent. Bei einem realistischen Kostenanstieg von 2,5 Prozent steigen die Versorgungslücken insbesondere für Jüngere fast auf das Doppelte.

Verpflichtende kapitalgedeckte Pflege(zusatz)versicherung
Für die Versorgungslücken haben die Autoren die monatliche Prämienzahlung für eine kapitalgedeckten Pflege(zusatz)versicherung berechnet. In einem Szenario mit einem konstanten Beitragssatz zur SPV von 1,7 Prozent und nur 1,5 Prozent Kostensteigerung p.a. bei den Gesamtpflegekosten läge die monatliche Prämie für 2007 Geborene bei 14,40 Euro, für den Jahrgang 2000 bei rund 15 Euro, für 1980 Geborene bei rund 20 Euro, den Jahrgang 1960 bei 24 Euro. Bei einer realistischer Weise anzunehmenden jährlichen Kostensteigerung von 2,5 Prozent p.a. müsste der Jahrgang 2007 – entsprechend der höheren Versorgungslücke – monatlich eine Prämie von 26 Euro zahlen, 2000 Geborene etwa 27 Euro, der Jahrgang 1980 33 Euro und 1960 Geborene 39 Euro.

Des weiteren wird Max A. Höfer, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) einen auf dieser Studie fußenden Internetrechner vorstellen, mit dessen Hilfe jeder Bürger seine individuelle Rendite, seine Deckungslücke und die dafür erforderliche Zusatzprämie ermitteln kann.

DIA-Sprecher Bernd Katzenstein empfiehlt zur Lösung des Problems eine Versicherungspflicht. „Notwendig ist eine private Versicherungspflicht für die Pflegeversicherung, deren Prämien als Sonderausgaben von der Einkommensteuerschuld abzuziehen sein muss.“

Den INSM-Pflegerechner finden Sie unter www.insm.de. Die Studie „Die Pflegeversicherung in der Krise“ kann unter www.dia-vorsorge.de angefordert werden.

Pressekontakt:
Intiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
Jens Walter
Tel.: 0221/4981-412
E-Mail: walter@insm.de

Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA)
Bernd Katzenstein
Tel.: 0221/161 2113
E-Mail: katzenstein@dia-vorsorge.de

Weiterführende Informationen

>> Zum INSM-Pflegerenditor

Die Reform der sozialen Pflegversicherung im INSM-Merkelmeter, der wissenschaftlichen Politikanalyse der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft:

Eckpunkte zur Reform der sozialen Pflegeversicherung (sPV)

Beschluss des Koalitionsausschusses vom 18.6.2007

Bewertungsrelevante Änderungen

  • Leistungsseite:
    • Erhöhung der Pflegesätze in drei Stufen 2008/2010/2012,
    • ab 2015 Anpassung der Pflegesätze an die Preisentwicklung,
    • Ausweitung des Leistungskatalogs auf Demenzkranke und Verbesserungen für Alzheimer-Patienten sowie
    • Einführung eines Anspruchs auf eine 6-monatige Pflegezeit.
  • Finanzierungsseite:
    • Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,25 Prozentpunkte auf 1,95 Prozent zum 1.7.2008.
  • Nachrichtlich:
    • Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um 0,3 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent zum 1.1.2008.
  • Keine Einigung zu folgenden Punkten, die im Koalitionsvertrag explizit vorgesehen waren:
    • Ergänzung des Umlageverfahrens durch kapitalgedeckte Elemente („Demographie-Reserve”) und
    • Einführung eines Finanzausgleichs zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung.

Bewertung

Wie schon bei der im April 2007 in Kraft getretenen „Gesundheitsreform 2007” wird es auch durch die „Reform zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung” für die Versicherten zunächst einmal teurer. Denn der Beitragssatz soll zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2008 von 1,7 auf 1,95 Prozent angehoben werden.[1] Mit den Mehreinnahmen sollen der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert und die Pflegesätze in den einzelnen Pflegestufen finanziell aufgestockt werden. Die Beschlüsse des Koalitionsausschusses sind in mehrfacher Hinsicht zu kritisieren:[2]

  • Die Ausgaben werden zusätzlich steigen,
  • die finanziellen Lasten verschieben sich weiter zu Ungunsten der jungen Beitragszahler,
  • das Prinzip der sozialen Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung wird ausgehöhlt.

Ausgabenanstieg. Ohne die vorgesehene Anpassung der Pflegeleistungen an die Preisentwicklung erhöhen die neuen Leistungsansprüche zugunsten altersdementer und an Alzheimer erkrankter Personen sowie die stufenweise Anpassung der Pflegesätze die jährlichen Ausgaben bis zum Jahr 2030 um rund 3 Milliarden Euro. Mit der Dynamisierung der Pflegesätze ab 2015 steigt der Mehraufwand bis 2030 zusätzlich um 9,2 Milliarden Euro pro Jahr.[3] Dabei lassen die Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit nicht erkennen, mit welchen Annahmen die demographische Entwicklung in die Berechnungen einfließt.

Bereits vor der Reform haben zahlreiche Experten prognostiziert, dass sich die Zahl der Pflegefälle bis zur Mitte des Jahrtausends gegenüber heute auf 4 Millionen verdoppeln wird. Die Einbeziehung weiterer Personengruppen in den Kreis der Anspruchsberechtigten wird diese Entwicklung beschleunigen. Mit steigenden Pflegefallzahlen verschärfen sich automatisch die Finanzierungserfordernisse. weiter

INSM-Newsletter: Was die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im letzten Quartal 2007 bewegt hat

Dienstag, den 25. Dezember 2007

INITIATIVE EXPRESS, der Newsletter der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft), informiert Sie über die Arbeit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in den letzten drei Monaten des Jahres 2007.

Lesen Sie mehr über das Sachbuch “Globalisierung verstehen”, das mit Fakten gegen Vorurteile in der Debatte um die zunehmende Vernetzung der weltweiten Wirtschaft antritt, das INSM-Buch “Chancen des Wachstums”, an dem unter anderem der Dalai Lama mitgeschrieben hat, über INSM-Expertise zu aktuellen Themen im Reformdiskurs – zum Beispiel ein Ranking der Gründerförderung in Deutschland. Mehr Infos finden Sie auch zur VI. Ludwig-Erhard-Lecture, bei der Nobelpreisträger Edmund Phelps den Deutschen ins Reformgewissen geredet hat, dem Sportpresseballl 2007, den die INSM zum nunmehr vierten Mal unterstützt hat, sowie über einen Auftritt der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) auf der Berliner Fachmesse “Moderner Staat 2007″. Unionspolitiker Wolfgang Bosbach hat dabei das INSM-Buch “Deutschland zum Selbermachen” vorgestellt.

Das PDF des aktuellen INSM-Newsletters finden Sie hier zum Download.

INSM und Campus stellen Buch mit internationalen Top-Experten vor

Mittwoch, den 12. Dezember 2007

Beatrice Weder di Mauro: „Die Chancen des Wachstums nicht verspielen“INSM-Buch: Chancen des Wachstums

Berlin/Köln, 12.12.2007 – Beatrice Weder di Mauro, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat die Politik davor gewarnt, die Chancen nachhaltigen Wachstums zu verspielen. Im Rahmen der Vorstellung des Buches „Chancen des Wachstums“, das sie herausgibt, erläuterte Weder di Mauro „für die industrialisierten Länder wie der Bundesrepublik sind Wachstumschancen über eine hohe Innovationsdynamik sowie über flexible und anpassungsfähige Güter-, Arbeits- und Kapitalmärkte zu suchen.“ International sieht Weder di Mauro weiterhin ein hohes Wachstumspotenzial: „Die Entwicklungs- und Schwellenländer haben bei den richtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Wachstumschancen, die zur langfristigen Entwicklung und damit zu Stabilität und Wohlstand führen können.“ Welches die notwendigen Rahmenbedingungen für langfristiges und nachhaltiges Wachstums seien, zeigen die 16 Autoren des Buches. „In den schwachen Volkswirtschaften geht es darum den Rechtsstaat zu stärken und stabile Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen“, so Weder di Mauro.

Nachhaltiges Wachstum ist möglich

Eberhard von Koerber, Co-Präsident des Club of Rome, einer von insgesamt 16 Autoren des Buches, zog bei der Buchpräsentation Parallelen zwischen den Chancen und den „Grenzen des Wachstums“, dem ersten Report des Club of Rome von 1972. „Heute sehen wir an Phänomenen wie dem Klimawandel und den stetig steigenden Preisen für natürliche Ressourcen, dass sich die Annahmen des Club of Rome bewahrheiten: Auf einem Planeten mit beschränkten Ressourcen kann es kein grenzenloses konsumptives Wachstum geben. Umso wichtiger ist eine weitsichtige Politik für ressourcenschonendes, qualitatives Wachstum“. Der Klimaschutz sei dabei eine besondere Herausforderung, wie die aktuellen Verhandlungen auf Bali zeigten. Es gehe dabei nicht um ein Entweder-Oder von Wachstum und CO2-Reduktion, sondern um eine möglichst effiziente Verbindung beider Ziele, so von Koerber.

„Chances des Wachstums“ mit Beiträgen u.a. von Jean-Claude Trichet, dem Dalai Lama, Ellen Johnson Sirleaf und Joseph Stiglitz

„Chancen des Wachstums“ ist ein Projekt der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und erscheint bei Campus – mit einer einzigartigen Besetzung: Unter den Autoren sind der Dalai Lama, der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf, der UNEP-Chef Achim Steiner sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Das Buch ist ab 15. Januar 2008 im Buchhandel erhältlich und ab sofort bei amazon.de vorbestellbar.

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Nicole G. Putna,
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